Warum überhaupt das Thema Gesundheit?

Ich habe noch nie meine eigene Geschichte erzählt, wie ich zu meinem ganzheitlichen Weg des gesunden Pferdes gekommen bin. Das möchte ich jetzt endlich tun:

Als ich meine Stute Lilly sah, war es wie bei so vielen, Liebe auf dem ersten Blick. Ich habe nichtmal eine Nacht darüber geschlafen und habe schon zugesagt sie zu kaufen. Ich war Gott sei Dank blind voller Liebe, ansonsten wäre sie heute nicht bei mir.

Ich muss dir jetzt noch kurz erzählen, wie es war sie zu verladen, weil ich es im Nachhinein gesehen so witzig finde :) Wie so viele Pferde wollte sie damals nicht freiwillig in den Hänger einsteigen aber mit etwas Geduld war die nach 10 Minuten auch im Hänger.

Lilly wollte, dann aber nicht mehr aus dem Hänger. Oh Gott war ich damals verzweifelt. Meine Freundin lachte und konnte es nicht glauben, dass ich sie nicht ausladen konnte. Kurzerhand übernahm sie für mich und stellte das selbe fest. Wir brauchten wirklich 45 Minuten zum Ausladen! Wir mussten sie fast runtertragen. Jetzt weiß ich, dass sie einfach so furchtbare Angst vor der Rampe hatte, dass sie einfach zu einem schweren Stein wurde.

So, zurück zum Thema - es war Jänner und es dauerte keine Woche und atmete sie total schwer und schnell - fiel im Stand oft hin (keine Rede vom gehen) und rannte voller Panik vor JEDEM Menschen weg. Oh Gott - natürlich war der Griff zum Tierarzt nicht weit. Beim erstem Mal glaubten wir ernsthaft alle, dass sie jetzt ein Fohlen bekommt. So einen dicken Bauch hatte sie auch noch und war zudem auf dem Bauch sehr empfindlich. Ach haben wir uns gefreut :D

Leider hat sie kein Fohlen bekommen :( Ihr Problem mit der Atmung wurde immer schlimmer und anhaltender. Der Tierarzt war insgesamt drei Mal hier. Das zweite Mal bekam sie Cortison gespritzt, weil man COPD vermutete - darauf hatte sie leider (oder Gott sei dank?) nicht angesprochen. Beim dritten Besuch bekam sie noch eine Spritze und wir hatten die neue Aufgabe zwei Mal täglich Cortison und Bronchienerweiterer zu inhalieren. Inhalieren ist schon ein sehr starkes Mittel der Wahl, das auf lange Sicht das Immunsystem natürlich auch angreift (wie jedes starkes Medikament).
 
Nachdem nach drei Wochen immer noch keine Besserung eingetreten war, setzte ich das Cortison einfach ab und beschloss, dass ich meinem Pferd anders helfen möchte. Zu diesem Zeitpunkt sah ich auch schon die vielen körperlichen Probleme meiner Lilly:

  • ein Ziehharmonikarücken (wie ein Hohlkreuz)
  • deformierte Hufe
  • Headshaking
  • Schmerzen und dementsprechend berührungsempfindlich 
  • und sie hat sich unglaublich viel gescheuert

Ich bin heute noch sehr dankbar für die ersten Strapazen, denn das war mein Startschuss. Ich fing an Bücher über die Pferdegesundheit zu lesen, Kurse darüber zu besuchen , ebenso über den mentalen Aspekt, Zusammenhänge zwischen Mensch und Pferd zu sehen und die eigene Körpersprache bewusst zu benutzen.

Mir fiel danach auf, dass sie nur mehr schnell atmete, wenn ich sie ansah - einige Zeit später, wenn ich sie holte - und heute noch, wenn ich nicht zu 100 % ruhig bin und mein Fokus auf die gemeinsame Arbeit ist. Rückenschmerzen hat sie auch überhaupt keine mehr.

Ich möchte dir damit zeigen, dass mit Geduld und Regelmäßigkeit man alles schaffen kann! Man muss nur anfangen und konstant einen Fuß vor dem anderen setzen. Das ist übrigens nicht das Ende, sondern erst der Anfang von der Zukunft.

Was ist dein Ziel? Möchtest du ein gesundes und zufriedenes Pferd? Der erste Schritt ist immer die Entscheidung - der zweite ist eine Handlung.

Genieße deinen Tag und die Zeit mit deinem Pferd,

Deine Nicole

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